Zugtrupp erkundet einen Bereitstellungsraum

Wenn das THW große und langanhaltende Einsätze bewältigen muss, wird er benötigt: der Bereitstellungsraum.

Der Bereitstellungsraum dient dazu, Kräfte zu sammeln, sie zu versorgen und je nach Einsatzdauer für einen längeren Zeitraum unterzubringen. Für die erste Erkundung eines möglichen Standorts wird in der Regel ein Zugtrupp oder Teile einer FK herangezogen. Um genau diese Erkundung zu üben stand das Thema "Erkundung eines Bereitstellungsraum" auf dem Dienstplan für die Fachausbildung des Zugtrupps.

Zunächst wurde in einer kurzen Theorie-Einheit die Grundlagen der Bereitstellung erarbeitet und wichtige Punkte, die bei einer Erkundung zu beachten sind, angesprochen. Neben dem Standort, Art der Unterkunft und Lage des Bereitstellungsraums müssen auch Punkte wie sanitäre Einrichtungen, Verpflegung der Einsatzkräfte oder Erreichbarkeit über Funk bzw. andere Telekommunikationsverbindungen beachtet und erkundet werden.

Um diese Punkte zu üben, wurde im Anschluss an die theoretische Einheit ein fiktives Großschadensszenario angenommen, in der es galt einen Bereitstellungsraum für nachrückende Kräfte zu Erkunden. Hierzu musste vor der Abfahrt bereits einiges geklärt werden: Wo liegt der Einsatzbereich? Welche Gebiete sind betroffen? Welche Straßen/Wege sind nicht mehr passierbar? Breitet sich der Schaden aus? Von wo rücken die Kräfte an?
Anhand dieser ersten Anhaltspunkte wurde mithilfe des Kartematerials mögliche Standorte erarbeitet, die im Nachgang erkundet wurden.

Bei der Erkundung vor Ort mussten die Erreichbarkeit der Stellplätze für die Großfahrzeuge, die teilweise mit Anhänger anrücken, bewertet werden. Für die eigentliche Unterkunft wurde in dieser Übung mehrere Schulen als mögliche Standorte in Betrachtet gezogen, wodurch vor Ort die Anzahl der sanitären Einrichtungen, eine möglicherweise vorhandene Mensa und Unterbringung der Einsatzkräfte zu klären waren. Weiterhin müssen für all die benutzen Objekte, aber auch mitverwendete Telefonanlagen, in einem realen Einsatz Vereinbarungen mit dem Eigentümer abgeschlossen werden um verursachte Kosten abzurechnen zu können.

Nachdem ein Standort für den Bereitstellungsraum in der Übung feststand, galt es Standorte für den Meldekopf, den Leiter des Bereitstellungsraums sowie ein Park- und Ordnungssystem festzulegen. Doch damit nicht genug: da die anrückenden Einsatzkräfte aus weiter entfernten Ortsverbänden kommen und damit ortsunkundig sind, müssen an Knotenpunkten Lotsenstellen eingeplant werden, die den Einsatzkräften entsprechende Marschskizzen und weitere Informationen zur Hand geben. Genau diese Marschskizzen bildeten den Abschluss des Ausbildungsdienstes – von dem Bereitstellungsraum aus wurde ein für Großfahrzeuge passierbarer Weg zur nächsten Lotsenstelle erkundet. Während der Fahrt wurden hierbei die Route, markante Punkte sowie die zurückgelegte Distanzen zwischen den einzelnen Abschnitten skizziert und protokolliert.

Nachdem auch dieser Punkt erfolgreich abgeschlossen war, verlegte der Zugtrupp zurück in den Ortsverband. Der nächste Zugtrupp-Dienst wird auf diesem Thema aufbauen, es gilt dann einen Meldekopf in einem bestehenden Bereitstellungsraum zu betreiben.

Newsdatum:
21.08.2018 22:17
Alter:
60 days
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Fabian Weber

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