Zugtrupp aus Balve leitet Einsatzabschnitt

Der Zugtrupp aus Balve wurde am Donnerstag, 29. Juni, in das Katastrophengebiet der Stadt Schleiden im Erftkreis zur Unterstützung gerufen und leitet seitdem dort bis zu 70 THW-Einsatzkräfte in einem Einsatzabschnitt.

Der Ortsverband Balve, der zunächst an der Hönne und Lenne im Einsatz war, hat inzwischen fünf Einsatzkräfte auch in das Katastrophengebiet in der Eifel entsandt. Hier besteht die Aufgabe für den Zugtrupp, zu dem Zugführer und Zugtruppführer sowie zwei Helferinnen gehören, darin, die Einsatzkräfte zu koordinieren und zu führen.

Nach der Anreise wurde sofort dem Zugtrupp eine Untereinsatzleitung angetragen, um in das Geschehen hinein zu kommen. Einsatzkräfte aus dem Ortverband Cloppenburg sollten abgelöst werden. Nach dem Einarbeitstag verabschiedete sich die bisherige Führung und die vier Balver Führungskräfte sahen sich einer riesigen Aufgabe gegenüber. Auf der einen Seite kamen Aufträge von der Einsatzleitung in Euskirchen, zum anderen forderte der Krisenstab der Stadt Schleiden Helfer an und auf der anderen Seite mussten die Einsatzkräfte instruiert werden, Erkundungen durchgeführt und Logistikanforderungen für die Einsatzkräfte gemacht werden.

Zum Wochenende wurde es dann etwas ruhiger, da auch einige Einsatzkräfte in ihre Heimatortsverbände zurück fuhren. Bergungsgruppen wurden aus der näheren Umgebung wieder aktiviert. Somit konnten die logistischen Anforderungen an Unterkunft und Verpflegung für rund 70 Helferinnen und Helfer in diesem Einsatzabschnitt zurück gefahren werden. Am Wochenende konnten die Einsatzaufträge soweit abgearbeitet werden, gleichzeitg gab es aber auch neue Erkundungsaufträge.

"Die Bilder beschreiben nicht mal annähernd das, was man mit eigenen Augen sieht", so ein Helfer. Die Macht des Wassers, das teilweise 8,30 Meter über dem Normalpegel stand, war mächtig und riss Straßen, Brücken und Häuser mit sich.

Für die THW-Helferinnen und -Helfer vor Ort eine gigantische Aufgabe. Es musste nach der ersten Phase der Bergung nunmehr die Infrastruktur hergestellt werden. Straßenverbindungen mussten geschaffen werden, Geröll entfernt und teilweise überhaupt wieder Zufahrten zu Höfen geschaffen werden. Gleichzeitig wurden  die Bäche von Bäumen und Geröll aber auch von dem, was einmal Hab und Gut von Menschen in der Region gewesen war, beseitigt.

Jetzt beginnen so allmählich die THW-Einheiten damit, die Infrastruktur wieder aufzubauen. Sie helfen mit, die Wasser- oder Stromversorgung wieder herzustellen.

Um dabei den Überblick zu behalten, ist jeden Morgen Krisensitzung im Rathaus, an der Zugführer und Zugtruppführer teilnehmen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Immer neue Einsatzstellen und Anforderungen der Stadt im Rahmen der Amtshilfe sind zu bewältigen. Nur langsam können die privaten Unternehmen, die ja größtenteils selber betroffen sind, eingreifen. So stellen sie aber dem THW Bagger oder andere Geräte zur Verfügung.

Der Personal- und Materialstand wird sowohl von der Einsatz- wie auch der Abschnittsleitung möglichst klein gehalten. Denn die Einsatzmittel sollen möglichst effektiv eingesetzt werden, dass heißt dort, wo Hilfe erforderlich ist. Es bringt niemandem etwas, wenn an einer Stelle die Helferinnen und Helfer herumsitzen oder ein Bagger sinnlos da steht und an anderer Stelle, etwa im Ahrtal, benötigt werden.

Doch eine Nachforderung aus Balve hatte der Zugtrupp. Es wurde ein weiteres Transport- und Erkundunsmittel benötigt. Dafür eignet sich der von der Helfervereinigung angeschaffte T5-Pritschenwagen. So fuhr nach Anforderung der Einsatzleitung aus Aachen ein Helfer am Montagmorgen mit dem Fahrzeug ebenfalls in das Katastrophengebiet und unterstützt dort den Zugtrupp.

Normalerweise endet der Dienst der Balver am Donnerstag, doch gut funktionierende Führungsstrukturen wechselt man nicht gerne. So könnte es auch eine Verlängerung bis zum Wochenende geben.

Newsdatum:
02.08.2021 21:40
Alter:
74 days
Newskategorie:
Einsatz
Autor:
RK

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