Verlagerte Standortausbildung in Hoya

Für vier Tag verlagerte der Ortsverband Balve den Technischen Zug für ein langes Ausbildungswochenende nach Hoya an die THW Bundesschule.

Bereits gegen 15:00 Uhr am 30. September trafen sich die ersten Helferinnen und Helfer in der Balver Unterkunft um die letzten Materialien für die verlagerte Standortausbildung zu verlasten und um letzte Vorbereitungen zu treffen. Nachdem kurze Zeit später alle Helferinnen und Helfer eingetroffen sind, konnte mit der ersten theoretischen Ausbildungseinheit, einer Kraftfahrerbelehrung, begonnen werden. Thematisch wurden die Regeln sowie das richtige Verhalten in einer Verbandsfahrt durchgesprochen und veranschaulicht. Direkt nach dieser theoretischen Unterweisung wurde die Wichtigkeit dieser deutlich, denn die Verlagerung des Technischen Zuges zum Wasserübungsplatz in Hoya wurde als geschlossene Verbandsfahrt geplant. Nach einem kurzen technischen Halt auf dem Autohof in Porta Westfalica erreichte der Verband den Wasserübungsplatz gegen 22:00 Uhr. Nachdem die Küche abgeladen, die Schlafplätze bezogen und ein kleiner Snack gegessen worden sind, ließen die Helfer den ersten Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

Um 07:00 Uhr am Samstagmorgen war die Nacht vorbei und es hieß aufstehen und Frühstücken um sich für die bevorstehende Ausbildungseinheit zu stärken. Gegen 08:30 Uhr brach der Technische Zug in Richtung Landübungsplatz an der Bundesschule auf. Dort angekommen wies Zugführer Markus Sierpinski die Führungskräfte in die Lage:

„Bei Rangierarbeiten ist ein Kesselwagen der Deutschen Bahn entgleist und umgekippt.“

ein und übergab den Einsatzauftrag:

„Aufrichten und aufgleisen des Kesselwagens.“

Nachdem die Helfer durch die Führungskräfte über die Lage, den Einsatzauftrag und insbesondere über die Beachtung der gängigen UVV unterrichtet wurde, konnte direkt los gelegt werden. Zuerst wurden mittels Erdnägeln und Anschlagstücken zwei Festpunkte hergestellt, um den Kesselwagen beim Aufrichten mittels Mehrzweckzügen zu sichern. Zeitgleich wurden zwei Hebekissensätze vorbereitet und die Hebekissen unter den liegenden Kessel geschoben. Durch eine große Anzahl an Hüben, jeweils gefolgt vom Unterbau des Kesselwagens mittels Kreuzstapel konnte dieser kurz vor der Mittagspause aufgerichtet werden. Somit war das erste Etappenziel erreicht und die Helfer konnten das wohlverdiente Mittagessen einnehmen. Im Anschluss an das Mittagessen folgte dann die zweite, deutlich schwierige Etappe, des Aufgleisens des Kesselwagens. Um dies zu bewerkstelligen, muss der Kesselwagen einseitig soweit angehoben werden, dass unter einem der  Drehgestelle ein Gleitlager gebaut werden kann. Ähnlich wie beim Aufrichten des Kesselwagens wurde diese Arbeit in mehreren Hüben inklusiv der Sicherung per Kreuzstapel ausgeführt. Nachdem das Drehgestell auf das Gleitlager abgelassen wurde, konnte die erste Seite des Kesselwagens mittels Mehrzweckzüge in die Richtung der Gleisanlage gezogen werden. Der nächste Schritt bestand dann darin, das Gleitlager zurückzubauen und gleichzeitig dabei das Drehgestell des Kesselwagens sauber in das Gleis zu setzen. Diese Arbeit erwies sich für die Balver Helfer als nicht ganz so einfach wie gedacht. Dennoch konnte gegen 17:00 Uhr für diese Arbeit Vollzug gemeldet werden. Anschließend wurde auf die gleiche Art und Weise das zweite Drehgestell in das Gleis gesetzt. Dies konnte im Vergleich zum ersten Drehgestell wesentlich schneller erledigt werden, da dabei auf die gesammelte Erfahrung des vorherigen Eingleisens zurückgegriffen werden konnte. Um 18:15 Uhr konnte schlussendlich für den am Morgen gestellten Einsatzauftrag Vollzug gemeldet werden. Bevor sich der Technische Zug zurück Richtung Unterkunft am Wasserübungsplatz machte, wurde das eingesetzte Material rückgebaut und auf den Fahrzeugen verlastet. Der restliche Abend wurde in geselliger Runde verbracht, geprägt durch viele Gespräche z.B. unter anderem über die erfolgreich durchgeführte Ausbildung.

Es ist Sonntagmorgen 07.00 Uhr und wieder wurden die Helfer aus den Betten geworfen um das vorbereitete Frühstück zu genießen. Wie den Tag zuvor, machten sich die Helfer im Anschluss an das Frühstück auf den Weg zum Landübungsplatz um dort das zweite Ausbildungsthema (Stege Bau) für die verlagerte Standortausbildung anzugehen.

Direkt am Landübungsplatz angekommen wurden die Helfer über das Ausbildungsziel und damit den heutigen Einsatzauftrag unterrichtet:

„Bau eines ca. 20 Meter langen Hängesteges über den imaginären Bachlauf.“

Im Anschluss wurden durch die Ausbilder die theoretischen Grundlagen sowie erste praktische Tipps und Kniffe vermittelt. Um diesen Einsatzauftrag zu erledigen, wurden die Helfer in fünf Gruppen mit jeweils einer Aufgabe eingeteilt. So hatte die erste Gruppe die Aufgabe diesseits alle benötigen Festpunkte herzustellen. Die zweite Gruppe sollte beginnen die diesseits benötigten Zweiböcke mit Abstützung zu binden und aufzustellen. Die Gruppe drei und vier sollten dieselben Arbeiten jenseits des Bachlaufes ausführen. Die Herstellung für den Hängesteg benötigten Bretttafeln wurde von der fünften Gruppe begonnen. Nach gut zwei Stunden konnten die ersten Gruppen die Vollendung  Ihrer Aufgaben bekanntgeben. So waren die insgesamt vier benötigten Festpunkt sowie drei von vier Zweiböcke fertiggestellt. Mit dadurch frei gewordenen Helfern konnten bis zum Mittagessen die später benötigten Bretttafeln sowie die Zweibockportale fertiggestellt werden. Ebenfalls die Mehrzweckzugdrahtseile konnten vor dem Mittag über die Zweibockportale gelegt und gespannt werden. Nachdem Mittagessen musste von den Helfern die zweite Etappe beim Hängesteg Bau gemeistert werden. So wurden vom diesseitigen Ufer die Bretttafeln, und damit die spätere Lauffläche, an die Drahtseile der Hängebrücke gehängt und damit Bretttafel für Bretttafel in Richtung jenseitiges Ufer geschoben. Im Anschluss an diese Arbeit wurde noch die Spannung der Drahtseile korrigiert, zwei Handläufe angebracht sowie der Hängesteg nach allen Richtungen abgespannt. Die Ausbilder Fabian Weber und Jonas Scheffer zeigten sich sichtlich überrascht, dass nach nur sieben Stunden, der Hängesteg vollständig aufgebaut und damit der Einsatzauftrag für diesen Ausbildungstag abgearbeitet war. Zurück auf dem Wasserübungsplatz in Barme freuten sich alle Helfer, über die gewonnene Freizeit bis zum Abendessen.

Im Anschluss an das Abendessen reflektierten die Helfer gemeinsam die bis dato verbrachte Zeit sowie durchgeführten Ausbildungsmaßnahmen. Auch die Ausbilder, sowie die Ortsverbandführung lobten die am Wochenende erbrachte Leistung und zeigten sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der verlagerten Standortausbildung. Ein weiterer wichtiger Aspekt, das engere Zusammenrücken aller Helfer, wurde einstimmig von allen Anwesenden angesprochen. Den Rest des letzten Abends auf dem Wasserübungsplatz in Hoya verbrachten die Helfer in gemütlich, geselliger Runde bevor auch die letzten Helfer den Weg zur Nachtruhe fanden.

Montagmorgen abermals 07:00 Uhr wurde zum letzten gemeinsamen Frühstück der verlagerten Standortausbildung geweckt. Im Anschluss an das Frühstück wurde damit begonnen alles für die Rückfahrt nach Balve vorzubereiten und das Küchenmaterial zu verlasten. Nachdem auch die letzten benutzten Räume des Wasserübungsplatzes gefegt waren, konnte in Richtung Heimat gestartet werden. Wie schon auf der Hinfahrt, war auch die Rückfahrt als geschlossener Verband geplant. So war es möglich einer großen Anzahl an Kraftfahrern das fahren in einem geschlossenem Verband sowohl theoretisch als auch praktisch zu vermitteln. Als kleines Bonbon wurde der technische Halt kurzer Hand zum Ortsverband Gütersloh verlegt, der an diesem Montag an dem „Mausöffnertag“ des WDR’s teilnahm. So überraschten die Balver Helfer noch die Kameraden aus dem OV Gütersloh und verbrachten dort gut zwei Stunden bei Kaffee und Kuchen sowie leckerer Grillwurst. Am frühen Nachmittag traf dann der geschlossen Verband wieder an der Balver Unterkunft ein, wo die Helfer in windeseile den Anhänger abluden um die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen.

Als Besonderheit wurde den älteren Junghelferinnen und Junghelfern die Möglichkeit gegeben an dieser verlagerten Standortausbildung teilzunehmen. Sina Reichmann und Jonas Bongard folgten dieser Einladung und verbrachten gemeinsam mit dem Technischen Zug dieses Wochenende. Beide zeigten sich am Ende begeistert über das Wochenende und die darin vermittelten Ausbildungsthemen. Ebenfalls die kommissarische Ortsbeauftragte Kathrin Brüll-Sierpinski und der Zugführer Markus Sierpinski lobten ausdrücklich die Zusammenarbeit zwischen den Jung- und normalen Helfern und freuten sich den beiden Jugendlichen so die Chance gegeben zu haben, ein großes Stück weiter in den Technischen Zug integriert worden zu sein.

Es bleibt uns nur noch ein großes Dankeschön auszusprechen, an alle Beteiligten, die für das Wochenende die Ausbildungsthemen vorbereitet und die für eine super Verpflegung gesorgt haben. Der Dank gilt aber ebenfalls allen Helfern, die mit uns dieses geniale Wochenende verbracht und so dafür gesorgt haben, das wir alle einige unvergessliche Stunden gemeinsam verbringen durften.

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Newsdatum:
05.10.2016 08:19
Alter:
1 year
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Markus Sierpinski

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