Schweres Erdbeben – THW Balve angefordert

Ein schweres Erdbeben hat sich in Münster ereignet. Das THW Balve wurde zur Unterstützung angefordert. So lautete der Einsatzbefehl der diesjährigen verlagerten Standortausbildung, die den Ortsverband auf das Übungsgelände Münster-Handorf führte.

Bereits am frühen Samstagmorgen versammelten sich die Balver Helfer, um im Marsch in Richtung Münster aufzubrechen. Im Unterschied zu den Übungen zuvor, stand jedoch diesmal kein Smartphone oder Navi zur Navigation zur Verfügung. Es galt nach Marschskizze und Karte zu navigieren. Auch wenn diese Art der Navigation in der heuten Zeit etwas aus der Mode gekommen ist, der Konvoi erreichte pünktlich, und nur mit einer kleiner Ehrenrunde kurz vor dem Ziel, das Übungsgelände Münster.

Dort angekommen galt es zunächst das Material abzuladen, die Küche und Verpflegung aufzubauen sowie in weiser Voraussicht die Betten zu beziehen. Nach kurzer Stärkung ging es direkt mit der Ausbildung los, es galt eine EGS-Wandabstützung zu errichten. Thematisch passte die Ausbildung perfekt in das vorgegebene Szenario, da die Wandabstützung immer dann zum Einsatz kommt, wenn Häuser einsturzgefährdet sind. Da diese viel schneller als geplant errichtet war, wurde spontan die Planung geändert und die eigentlich für Sonntag angedachte Ausbildung im Anschluss durchgeführt.

Dadurch wurde mit dem EGS direkt weitergearbeitet und ein freitragender EGS-Steg über einen Wassergraben gebaut, diesmal sogar mit der maximalen, freitragenden Weite von 9m. Während die Helfer den Steg aufbauten, wurde im Hintergrund bereits die erste Einsatzübung vorbereitet.

Nach Rückbau des EGSs und einer kurzen Pause ging es dann an die Einsatzübung. Die Schwierigkeit der Einsatzübung lag diesmal nicht darin die vermissten Personen zu finden, sondern darin sie effektiv zu retten – das dreistöckige Gebäude, in dem die Großzahl der Personen vermisst wurden, war nur noch über einen engen Kriechgang zu erreichen. Genau hierdurch mussten auch sämtliche Personen gerettet werden. Nachdem die vermissten Personen kräfteraubend, aber äußerst erfolgreich, gerettet waren, sehnten sich alle Helfer nach einer heißen Dusche und einem leckeren Abendessen. Kurze Zeit später machten sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar, zügig verschwanden die Helfer im Bett.

Doch die Regeneration war durchaus von Nöten, da am Sonntagmorgen nach dem Frühstück noch eine größere AGT-Übung geplant war. Angenommen wurde hier ein eingestürztes Haus nach einer Explosion, wodurch mehrere Personen eingeschlossen waren.

Der Auftrag lautete, einen Weg in das Haus zu finden und die dort eingeschlossenen Personen zu retten. Dies gestaltete sich jedoch schwierig, da das Haus nur über eine mit Hindernissen blockierte Röhre betreten werden konnte. So mussten sich die Helfer unter Atemschutz durch die Hindernisse arbeiten. Natürlich machte sich die harte körperlich Arbeit schnell im Luftverbrauch bemerkbar, sodass gleich mehrere Trupps eingesetzt waren. Neben der verblockten Röhre war auch das eingestürzte Haus nur mit größter Vorsicht zu betreten. Enge, verwinkelte Gänge erschwerten die Rettung und die eingesetzten Trupps mussten sich vorsichtig vortasten um unter der vorhandenen Nullsicht im Gebäude nicht in Gefahren hinzugeraten. Den Rückzugsweg markierten sich die Trupps mit einer extra hierfür angeschafften Sicherungsleine, da in solch einer Umgebung schnell die Orientierung verloren gehen kann.

Doch die Balver Helfer konnten auch diese Übung erfolgreich meistern und alle Personen aus dem Gebäude retten.

Nach dem Aufladen des Materials wurde der Rückweg am frühen Nachmittag angetreten. In Balve angekommen wurde bei einer kleinen Stärkung das zurückliegende Wochenende besprochen. Abschließend waren sich alle einig, dass das Wochenende sowohl kameradschaftlich als auch übungstechnisch ein voller Erfolg war.

Newsdatum:
28.10.2017 11:54
Alter:
25 days
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Fabian Weber

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