Deichverteidigung

Beim Technischen Dienst der Balver Helfer am vergangenen Samstag drehte sich alles um Sack&Sand, Sandsackdamm und Quellkaden. Zur gewohnten Zeit um 9:00 Uhr trafen sich die Helfer und deren Ausbilder in der Unterkunft. Zur Einstimmung auf das Thema wurden zu Beginn der Aufbau eines Deiches und die grundlegenden Begriffe erklärt.

Im Anschluss ging es um Schäden am Deich, die möglichen Ursachen und woran man Schäden erkennen kann. Die Unterschiede zwischen Über- und Unterströmung sowie der Durchströmung wurden veranschaulicht, außerdem wurden die Helfer unter anderem für die Problematik von Sedimentausspülungen aus dem Deich oder dem Ansteigen der Sickerlinie sensibilisiert.
Mit diesem Wissen waren die im Anschluss behandelten Verhaltensweisen an der Schadensstelle für alle Helfer verständlich und es konnte zügig weitergehen mit den Methoden der Schadensbekämpfung und dem wohl wichtigsten Werkzeug im Hochwassereinsatz: Dem Sandsack.
Dass die Aufnahmefähigkeit der Helfer trotz so viel geballter Theorie noch nicht überschritten war, zeigte sich an den Fragen aus der Gruppe zu Sandsackersatzsystemen.

Nach einer kurzen Pause stand dann das Befüllen von hunderten Sandsäcken an, denn für den Nachmittag waren der Bau eines Sandsackdamms, einer Auflast mit Filter zur Deichfußsicherung, sowie der Bau von Quellkaden geplant.
Bis zur Mittagspause hatten die Helfer und ihre Ausbilder bei strahlend blauem Himmel 10 Paletten mit Sandsäcken gepackt, wofür knapp 15 Tonnen Sand und über 700 Sandsäcke benötigt wurden.
Von dieser Anstrengung konnten sich dann alle bei einem ordentlichen Mittagessen erholen, von dem dann auch fast alle noch einen Nachschlag brauchten.
Nach einem großen Lob an die Küche ging es wieder nach draußen, wo nun gruppenweise die Deichverteidigung in verschiedenen Situationen geübt wurde.
So konnten zum Beispiel die Helfer unter der Anleitung von Matthias Aßmann lernen, wie man mit einer Auflast einen Deich entlasten kann und Sedimentausspülungen aus dem Deichinneren entgegenwirkt, ohne den Sickerwasserabfluss zu behindern.

Ein Highlight aber war, das Ansteigen des Wasserstands in der Quellkade zu beobachten, wenn auch in Ermangelung einer echten Quelle auf der Landseite eines Deiches ein Gartenschlauch herhalten musste.
So wie bei einer echten Quelle am Deich auch, pendelten sich Wasserzufluss und -abfluss im Sandsack-Halbrund ein. Im Ernstfall ließe sich mit einer solchen Quellkade durch das aufstauende Wasser ein Gegendruck aufbauen, wodurch Fließgeschwindigkeit des Wasseraustritts und Ausspülung von Sand aus dem Deich vermindert werden. Die Standfestigkeit des Deiches bleibt länger erhalten.

Nach dem Üben mussten die Säcke noch entleert und zum Trocken aufgehängt werden. Es folgten eine kurze Aussprache der erschöpften aber zufriedenen Helfer und das Dienstende gegen 18:30 Uhr.

Weitere Bilder gibt es in der Bildergalerie.

Newsdatum:
09.05.2015 22:10
Alter:
3 yrs
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Tobias Meißner

Bilder zum Artikel