Deichverteidigung im OV Gummersbach

Beim zweiten gemeinsamen Zugdienst von Bergungsgruppen und Fachgruppe stand das Thema „Deichverteidigung“ auf dem Dienstplan. Hierzu wurde der Ortsverband Gummersbach angesteuert, da dieser seit einiger Zeit einen „nassen Übungsdeich“ besitzt, wie er z.B. auch an der THW-Bundesschule in Hoya vorzufinden ist. An diesem Deich kann über Leitungen Wasser in den Deich eingeführt werden, wodurch sich diverse Schadensszenarien eines Hochwassers sehr real darstellen und die Gegenmaßnahmen üben lassen.

Um die zur Verfügung stehende Zeit in Gummersbach möglichst effektiv nutzen zu können, wurden vorab bereits 300 Sandsäcke verfüllt. Da die geplanten Maßnahmen am Deich jedoch stets eine Vielzahl von Sandsäcken benötigen, mussten vor Ort zusätzliche 500 Sandsäcke verfüllt werden. Und so wurde unmittelbar nach der Ankunft in Gummersbach mit der Verfüllung begonnen. Auf den Kenntnissen der Ausbildung aus dem letzten Jahr aufbauend bildeten sich schnell zwei Verfüll-stationen, sodass die Sandsäcke nach dem Fließbandsystem zügig verfüllt, verschlossen und auf Paletten gepackt werden konnten.

Um die Kräfte nach dieser ersten Arbeitsphase regenerieren zu können, wurde ein kleiner Theorieblock vor dem Mittagessen eingeschoben. Hierbei wurden besonders die Schadenselemente am Deich vorgestellt um anschließend auf die möglichen Maßnahmen hierzu eingehen zu können. Der Fokus galt diesmal der „Quellkade“ und der „Auflast mit Filter“.

Mit der Quellkade können punktuelle Wasseraustritte, die zu inneren Erosion des Deichs führen, verlangsamt und gestoppt werden. Die Auflast hingegen ist zweckmäßig bei flächigen Austritten, auch hier soll verhindert werden, dass durch das aussickernde Wasser der Deich ausgeschwemmt und dadurch instabil wird.

Nach dem Mittagessen wurde die Theorie dann in die Praxis umgesetzt. Dazu wurde am Übungsdeich ein punktueller Wasseraustritt simuliert, sodass die Errichtung einer Quellkade zügig angegangen werden musste. Besonders Augenmerk muss hierbei auf die untersten Lagen gelegt werden – nicht ordentlich verlegte Sandsäcke führen im weiteren Verlauf dazu, dass die Quellkade undicht ist und so der Wasseraustritt nicht wie gewünscht gestoppt werden kann.

Ein Ziel der Ausbildung war es, das alle Helfer im Ernstfall in der Lage sind die Sandsäcke passend zu verlegen – daher wurde die Sandsackkette stetig durchrotiert, damit jeder einmal vorne steht und die Sandsäcke verlegt anstatt sie nur weiterzureichen.

Im Anschluss an die Quellkade wurde ein zweiter Theorieblock eingeschoben, der das Thema „Auflast mit Filter“ noch einmal intensiv behandelt hat um unmittelbar danach das neue Wissen anzuwenden. Im Gegensatz zum punktuellen Austritt konnte man die Lage des flächigen Wasseraustritts am Übungsdeich vorher nicht genau erahnen, erst die Durchflutung zeigte das realistisch wirkende Schadensbild.

Daraufhin wurde eine Auflast errichtet um einen Gegendruck zum Wasser im Deich aufzubauen.

Als auch diese kraftraubende Aktion abgeschlossen war, mussten die Helfer sich leider schon wieder an den Abbau begeben, da die vor Ort verfüllten Sandsäcke auch wieder entleert werden mussten. Nach Entleerung und Verlastung der verbleibenden Sandsäcke und Gerätschaften wurde erschöpft aber zufrieden der Taten der Heimweg angetreten.

Wir möchten uns ganz herzlich beim Ortsverband Gummersbach für die Gastfreundschaft, Bereitstellung des Übungsdeiches und der Unterkunft bedanken. Besonders hervorheben möchten wir hierbei die tolle, tatkräftige Unterstützung durch einige Gummersbacher Helfer sowie die zur Verfügung gestellten Bilder!


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Newsdatum:
18.03.2016 11:32
Alter:
2 yrs
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Fabian Weber

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