Atemschutzgeräteübung

„Unbekannte Anzahl an Vermissten nach Brand in Chemie-verarbeitendem Unternehmen“ – so lautete das Szenario der Übung, welche von Gruppenführer Andreas Kandulski vorbereitet wurde und der sich die Atemschutzgeräteträger am Freitagabend stellen mussten.

Um als Atemschutzgeräteträger (AGTler) seine Einsatzbefähigung zu behalten, müssen jährlich zwei zusätzliche Veranstaltungen absolviert werden. Zum einen wird eine so genannte Atemschutzstrecke durchlaufen, bei der eine gewisse körperliche Energie aufgebracht werden muss, um die erforderliche körperliche Fitness auf die Probe zu stellen. Zum anderen ist mindestens eine praktische Übung gefordert, bei der zusätzlich auch die einsatztaktischen Aspekte geübt und verbessert werden sollen.

In der nun ausgearbeiteten Übung galt es also nicht nur körperliche Fitness zu zeigen, sondern darüber hinaus auch die Anwendung passender Einsatztaktik zu vollführen.

So musste gleich zu Beginn eine Engstelle passiert werden, durch die auch noch eine leckgeschlagene Leitung führte. Um ein weiteres Austreten der unbekannten Flüssigkeit zu verhindern, wurde die Leitung mittels Spreizer aus dem hydraulischen Rettungssatz verschlossen.

Bei der weiteren Erkundung bzw. dem Vordringen ins Gebäude wurden mehrere verletzte Personen gefunden und diese anschließend gerettet. Durch das angenommene Szenario nicht mehr vollständig intakte Gebäude gestaltete sich die Rettung jedoch kompliziert, wodurch die beiden Trupps jeweils gut zusammen arbeiten mussten.

Gestaltete sich die Rettung der ersten Person noch relativ einfach - es galt diverse Trümmer respektive Hindernisse zu überwinden - kam im weiteren Verlauf ein Aspekt hinzu, der bei Atemschutzübungen selten anzutreffen ist. Mussten bei vergangenen Übungen stets enge Gänge oder Stollen passiert werden, ging es diesmal in die Höhe - durch den fiktiven Brand waren nicht alle Bereiche passierbar und so musste mithilfe der Steckleiter ein anderer Weg gefunden werden.

So führte dieser zu einer weiteren verletzten Person, die Rettung gestaltete sich jedoch dahingehend schwierig, das der bereits erwähnte Höhenunterschied auf engstem Raum überwunden werden musste. Die beiden Trupps retteten die Person mittels Bandschlingen.

In der Regel hat zwar eine schonende Rettung von verletzen Personen immer Vorrang, um weitere Verletzungen durch den Rettungsvorgang zu vermeiden. Ist bei einem Einsatz aber Atemschutz notwendig, so wird hingegen meistens auf eine Crash-Rettung zurückgegriffen, um die Person möglichst schnell aus dem Gefahrenbereich zu bringen - denn hier ist sowohl für die Person als auch für die Retter die Zeit bzw. Luft äußerst knapp.

Beim weiteren Vordringen in das Gebäude wurden die Trupps immer wieder von zunächst unbekannten Chemikalien aufgehalten. Um die eigene Sicherheit nicht zu gefährden, muss hier sichergestellt werden, dass diese auch auf dem Rückweg nicht zur Gefahr werden, und wohlmöglich den einzigen Fluchtweg unpassierbar machen.

Schließlich wurde noch eine dritte, verletzte Person gerettet. Diese befand sich jedoch nicht nur in einem äußerst versteckten Bereich des Gebäudes, sondern ebenfalls noch hinter einer versperrten Tür, weshalb diese von den Trupps per Rettungsaxt beseitigt wurde um an die dahinter befindliche Person zu gelangen.

Nach Übungsende galt es, das Szenario und das Vorgehen der Trupps zu reflektieren und gemeinsam zu analysieren. Hierbei war man sich über kleinere Fehler einig und zeigte sich mit dem durchgeführten Einsatzszenario zufrieden. Zustimmung befand sich ebenfalls darüber, dass man auch in Zukunft nicht nur eine Atemschutzübung pro Jahr durchführen will, sondern wenn möglich halbjährig diese vielleicht nicht immer ganz alltagsnahen, jedoch für das Thema Atemschutz immens wichtigen Szenarien durchspielen will, um so allen AGTlern eine gewisse Routine einzuverleiben.

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Newsdatum:
10.04.2015 21:00
Alter:
3 yrs
Newskategorie:
Technischer Zug
Autor:
Fabian Weber

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