Actionreiche 36-Stunden-Übung der THW-Ortsverbände aus dem GFB Dortmund in Balve

Als am vergangenen Wochenende die Jugendgruppen aus den Ortsverbänden Unna-Schwerte, Lünen, Werne und Balve sich an der Dreifachturnhalle des Schulzentrums in Balve trafen, war es zwischenzeitlich schon mehrere Male fast undenkbar geworden, dass es klappt, diese gewaltige Aktion auch wirklich auf die Beine zu stellen.

Der gewaltige Strom der Flüchtlinge brachte die Organisatoren einige Male dazu, das ein oder andere doch noch einmal umzuplanen. Erst konnte der Ortsverband Dortmund doch nicht wie ursprünglich geplant die Versorgung der Veranstaltung übernehmen, dann am ersten Tag der Veranstaltung wurde auch der gastgebende Ortsverband Balve zu einem Einsatz für Flüchtlinge in Lüdenscheid gerufen. Doch das THW wäre ja nicht das THW, wenn es nicht auch mal mehrere Einsätze gleichzeitig abarbeiten könnte. Während also der Technische Zug in Lüdenscheid eine Unterkunft für Flüchtlinge herrichtete, machten sich einige Mitglieder des OV-Stabes daran die Dreifachturnhalle für den Ansturm der THW-Jugend herzurichten, die am Abend dann auch nach und nach in der Höhlenstadt eintraf.
Schnell waren die Feldbetten in der vorbereiteten Turnhalle aufgestellt und man konnte zum Abendessen übergehen. Danach war natürlich noch lange nicht Nachtruhe, denn man traf sich in der mittleren Halle um gemeinsam einige Teambuilding- und Vorstellungs-Spiele zu veranstalten. Nachdem am Ende jedem Teilnehmer und Betreuer klar war, wie jede und jeder heißt, ging es noch einmal darum, Mannschaften zu bilden. Jetzt stand das actionreiche „Wikinger-Rugby“ auf dem Programm. Ein schnelles Spiel, das etwas völlig anderes vermuten lässt, als es eigentlich ist, allerdings nicht mit einem Ball, sondern mit einem Gummihuhn gespielt wird. Wer dann noch nicht müde war, konnte noch einige Bälle in die Basketball-Körbe werfen, aber spätestens danach war dann „Nachtruhe“ angesagt.

Schließlich ging es am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück los ins Übungsgelände. In einer großen Kolonne fuhr man gemeinsam nach Werdohl-Elverlingsen. In der leerstehenden Siedlung am dortigen Kraftwerk wurden 8 Stationen aufgebaut. Hier ging es dann um das systematische Durchsuchen von Gebäuden, die richtige Betreuung der verletzten Personen, das Retten und Bergen mittels Leiterhebel oder schiefer Ebene und Einsatz-Gerüstsystem (EGS), an zwei Häusern konnte sogar das Schaffen von Zugängen mit dem ein oder anderen Mauerdurchbruch geübt werden.
Während der Pause stellten zwei Junghelfer plötzlich fest: „Hier fehlt doch jemand!“ Schnell wurde durchgezählt und tatsächlich: 8 Junghelfer/innen fehlten! Wenn hier mal nicht die Betreuer ihre Hand im Spiel hatten…

Tatsächlich. Eine große Übung startete! Alle Junghelfer standen in ihren Gruppen bereit als die Einsatzbefehle verteilt wurden. Ein Kesselwaggon auf der nahe gelegenen Bahnstrecke war explodiert und hatte die Häuser der Straße „Im Hang“ zum Teil schwer beschädigt. Ein THW-Ortsverband war bereits im Einsatz als sich eine weitere Explosion ereignete. Nun waren alle Jugendgruppen gefordert den Kolleginnen und Kollegen zur Hilfe zu eilen. Schnell machte man sich an den Ort des Geschehens. Hier bot sich ein Bild des Grauens: Die Mitglieder der „Realistischen Unfalldarstellung“ des Johanniter Hilfsdienstes aus Unna hatten ganze Arbeit geleistet. Vom offenen Bruch bis zur Brandverletzung war alles dabei und wurde von den Jungs und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren ordnungsgemäß versorgt. Auch zeigten alle, dass sie in der Ausbildung über den Tag einiges gelernt hatten. Alle Handgriffe saßen perfekt. So konnte die Übung gerade passend mit dem einsetzenden Regen beendet werden und alle fuhren müde und glücklich zurück zum Schulzentrum nach Balve. Müde? Nein! Nach dem kräftigen Essen aus der THW-Küche in Balve waren alle wieder bereit zu neuen Taten. Für die, die es ruhiger angehen lassen wollten, hatten die Betreuer schnell noch eine Großbildleinwand aufgebaut. Lagerkino stand auf dem Programm. Wem das zu langweilig und nicht actionreich genug war – auch diesen Leuten konnte geholfen werden. So wurde schnell noch eine kleine Höhlenbesichtigung in der Feldhofhöhle organisiert. Gemeinsam ging es ins nächtliche Hönnetal und von hier aus dann zu Fuß über den Wanderweg zur Höhle. „Ganz schön gruselig!“, meinte eine Teilnehmerin, aber gemeinsam und den mitgebrachten Taschenlampen „auch irgendwie schön!“, so der O-Ton.

Leider ging auch dieses Lager wieder viel zu schnell zu Ende. Am Sonntag wurde nach dem gemeinsamen Frühstück alles wieder zurückgebaut und die Turnhalle wieder gereinigt.

Alle waren sich bei der abschließenden Feedback-Runde einig: Eine geniale Aktion, die baldmöglichst wiederholt werden muss. Ein Betreuer brachte es mit dem Zitat aus der Fernsehserie „Das A-Team“ auf den Punkt: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Alle Ziele, die man sich gesteckt hatte sind erreicht worden! Auch die Betreuer waren sich einig: Schon auf der nächsten Jugendbetreuerbesprechung soll ein Termin für das kommende Jahr vereinbart werden. Vielleicht sind es dann ja schon wieder mehr Teilnehmer?

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Newsdatum:
24.09.2015 14:18
Alter:
2 yrs
Newskategorie:
Jugend
Autor:
Tobias Weber

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