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Blaulichtkonferenz in Berlin
THW-Präsident Albrecht Broemme spricht über die "Herausforderungen im Bevölkerungsschutz".
Auf Einladung der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag fuhren am Freitag, 19. Juni, auch zwei Vertreter aus dem Ortsverband Balve zur 1. Blaulichtkonferenz im Reichstag nach Berlin.
Thema der Konferenz, an der rund 70 Vertreter der Feuerwehren und des THW aus ganz Deutschland teilnahmen, war die "Herausforderungen im Bevölkerungsschutz". Wissenschaftler und Praktiker sind sich einig, dass sich die Risiken und Bedrohungen für die Bevölkerung stark verändert haben und weiter ändern werden. Terrorismusbedrohung, Klimawandel und mögliche Pandemien sind nur einige Stichworte. "Zum Schutz der Bevölkerung und zum Schutz vor erheblichen Sachschäden brauchen wir Hilfsorganisationen, wie die Feuerwehren und das THW, die mit ihren haupt- und vor allem ehrenamtlichen Helfern in diesem Bereich hervorragende Arbeit leisten", berichtete Gerold Reichenbach (selbst lange Jahre beim THW und bei Auslandseinsätzen tätig) als Berichterstatter für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe der SPD-Bundestagsfraktion.
Nach kurzen Statements von Dr. Wolfram Geier (Bundesamt für Bevölkerungsschutz), Bernd Pawelke (Vizepräsident des DFV) und Albrecht Broemme (Präsident des THW) wurde zumindest in kurzen Umrissen deutlich, wo wir derzeit stehen. Albrecht Broemme machte zudem deutlich, dass die Terrorismusgefahr zwar nicht zu unterschätzen sei, aber tagtäglich viel mehr Terroristen unterwegs sind, indem sie etwa betrunken einen Gefahrguttransporter fahren und damit womöglich verunglücken. "Und denjenigen, den es trifft, ist es vollkommen egal, ob es ein Unfall war oder ein Terroranschlag", so Broemme. Wichtig sei die schnelle Hilfe.
Interessant die Ausführungen von Minister Wolfgang Tiefensee (Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) über seinen Besuch im italienischen Erdbebengebiet vor wenigen Tagen. Dort sind gerade THW-Helfer mit der Bergung von Kulturgütern beschäftigt. "Sie werden dort von der Bevölkerung mit offenen Armen empfangen", erzählte er begeistert.

Führerschein bis 7,5t für Helfer kommt

Verkehrsminister Tiefensee machte deutliche, dass man auch auf gutem Wege sei, was den sogenannten Feuerwehrführerschein anbelange. Es gebe durchaus hoffnungsvolle Ansätze, dass auch die EU-Kommission in Kürze zustimmen werde.
Beim Feuerwehrführerschein geht es daraum, dass Helfer, die bislang die Fahrzeuge ab 3,5 t aufgrund ihrer Führerscheinberechtigung B nicht fahren konnten, die Möglichkeit haben, einen einfachen Abschluss für die Erweiterung BE und einen qualifizierten Abschluss (mit praktischer Fahrprüfung in der Fahrschule) für den Führerschein C1 (bis 7,5 t) machen zu können. Der qualifizierte Abschluss soll dann nach zwei Jahren Fahrpraxis bei den Organisationen (Feuerwehr, THW usw.) auch allgemein anerkannt werden, wenn der Helfer noch aktiv tätig ist.
Die Kosten für den Führerschein, so Tiefensee weiter, seien mit dem Fahrschullehrerverband verhandelt worden und seien sehr gering. Je nachdem, ob die jeweilige Organisation eigene Fahrzeuge zur Verfügung stellen kann, betragen die Kosten für eine C1-Fahrerlaubnis zwischen 465 und 700 Euro.
Geklärt sei auch, dass der Führerschein nicht nur bei Katastropheneinsätzen in Frage kommt. "Das wäre ja auch Blödsinn, wenn ein Feuerwehrmann nicht zum Brandeinsatz fahren dürfte, zu katastrophalen Hilfseinsätzen aber sehr wohl", hieß es aus dem Ministerium dazu.
"Ich werde darauf drängen, dass noch vor der Wahl die Länder entsprechend instruiert werden und dann mit der Umsetzung beginnen können", versprach Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
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