Balve. Erneut nach 2006 wurde am Samstag, 4. Juli, in Bonn die Jugend des THW Balve Landessieger beim Wettkampf der Jugendgruppen. Damit vertritt Balve die Farben von Nordrhein-Westfalen beim Bundeswettkampf im kommenden Jahr in Wolfsburg.
"Es hat alles prima geklappt.Wir sind einfach nur glücklich", beschreibt Tobias Weber, Jugendbetreuer des THW Balve, kurz nach dem Sieg in Bonn. Seit Jahren schon gehört die Mannschaft aus Balve zu den Mannschaften, die sich beim Wettkampf immer im oberen Drittel befinden. Beim Landeswettkampf vor zwei Jahren wurde Balve nur knapp geschlagen, in diesem Jahr am Stammsitz der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Bonn, klappte es hingegen wieder. Die Jugendlichen in der Wettkampfbahn zeigten sich in hervorragender Verfassung und siegten vor der Mannschaft aus Bad Berleburg. Insgesamt hatten 12 Mannschaften aus den NRW-Geschäftsführerbereichen um den Sieg gekämpft.
Innerhalb von 120 Minuten galt es die verschiedensten Aufgaben aus der Ersten Hilfe und dem technischen Dienst des THW zu erfüllen. Spielerisch ging es mit einem Kistenrennen los. Dann wurden die Aufgaben aber immer spezifischer. Bewegen von Lasten, Stromerzeugung und Beleuchtung und Bergung einer verletzten Person gehörten ebenso dazu, wie der Bau einer Seilbahn über einen fiktiven Fluss von drei Metern Breite.
Der Jubel während der Siegerehrung war unüberhörbar, als THW-Landesbeauftragter Dr. Hans-Ingo Schliwienski den Sieger aus Balve verkündete. Der Fanclub aus Balve begleitete die Pokal- und Standartenübergabe entsprechend lautstark.
Jetzt heißt es im kommenden Jahr beim Bundeswettkampf den bisher besten NRW-Platz zu verteidigen und wenigsten wieder einen 5. Platz herauszuholen.
Die Jugendlichen aus Balve verweilen noch bis Freitag, 10. Juli, in Bonn und nehmen am Landeszeltlager teil. Zahlreiche Exkursionen stehen auf dem Programm.
Wer auch bei der Jugendgruppe des THW Balve (aus den Bereichen Menden, Balve, Neuenrade, Plettenberg und Sundern) mitmachen möchte kann sich im Internet unter www.thw-jugend-balve.de informieren.
Die einzelnen Aufgaben:
Teamwork / Kistenrennen
Ziel dieser Aufgabe ist es, dass die gesamte Wettkampfgruppe mit Hilfe der Getränkekisten die auf der Skizze der Wettkampfbahn eingezeichnete Strecke zurücklegt.
Diese Aufgabe wird von der gesamten Gruppe als erste Aufgabe bestritten.
Zu Beginn der Aufgabe befindet sich bereits eine Kiste auf der Bahn.
Die Wettkampfgruppe steht hintereinander hinter dieser Kiste.
Sobald der Wettkampf gestartet wurde, betritt der erste JH die Kiste.
Die weiteren Kisten werden von der Gruppe von hinten nach vorne durchgegeben.
Der Erste stellt die Kisten nach und nach bündig vor die erste Kiste, sodass er weiter nach vorne rücken kann.
Nun darf auch der Rest der Gruppe nach und nach auf die Kisten.
Stehen alle Kisten, gibt der Letzte die hinterste Kiste nach vorne, wo sie wieder bündig vor die erste Kiste gestellt wird.
Bewegen von Lasten
Eine Bohle, auf die mehrere Lagen Steine zu einem Mauerverbund aufgebaut sind, ist mittels Brechstange soweit anzuheben, dass 3 Rundhölzer hinunter geschoben werden können.
Die Mauer darf beim Anheben von keinem Junghelfer berührt / gehalten werden.
Nachdem die Bohle auf die Rundhölzer aufgelegt worden ist, soll diese mittels weiterer
Rundhölzer, die zu einer Rollenbahn ausgelegt werden, nach rechts verschoben werden.
Stromerzeugung und Beleuchtung
Da der Einsatz vermutlich bis nach Einbruch der Dunkelheit andauern wird, sind einzelne Bereiche der Einsatzstelle auszuleuchten.
An den auszuleuchtenden Stellen (siehe Skizze Wettkampfbahn) sind Halogenflutlichtstrahler 1000 Watt auf Teleskopstativen (5m) aufzustellen.
Die Materialablage und der Eingang des Schachtes werden mit einem Stativ und 2 Scheinwerfern ausgeleuchtet.
Im Schacht muss eine Leuchtstoff-Handlampe (Fluorex) angebracht werden.
Erkundung
Nachdem der Versorgungsschacht durch die Helfer freigelegt wurde, kann dieser nun erkundet werden.
Bergung Bergeschleppe
Auf dem Werksgelände befindet sich ein alter Schacht, der von beiden Seiten zugänglich ist (Länge ca.2m bis 2,50m).
In diesem Schacht liegt eine Person mit einer Oberschenkelverletzung.
Nach dem Auffinden des Verletzten ist dem Schiedsrichter eine Lagemeldung (Ort, Anzahl und Zustand des / der Verletzten) zu geben.
Der Verletzte ist fachgerecht zu versorgen (Aufgabe 6) und mittels Bergeschleppe über den Kriechgang ins Freie zu bringen (Hilfsmittel zulässig).
Sobald der Verletzte aus dem Tunnel befreit wurde, ist er in den Schleifkorb zu verlagern und zu sichern.
Erste Hilfe
Sobald Zugang zu dem Verletzten besteht, muss die Wettkampfmannschaft die Erste Hilfe Aufgabe durchführen.
Diese Aufgabe besteht aus dem Anlegen eines Druckverbandes am Oberschenkel des Verletzten.
Der Verletzte muss gleichzeitig versorgt und zum Abtransport vorbereitet werden.
Dafür ist die notwendige Anzahl von Junghelfern abzustellen.
Die Betreuung des Verletzten ist bis zur Übergabe an den Sanitätsdienst (Schiedsrichter an der Materialablage) sicherzustellen.
Verletztentransport
Nachdem der Verletzte nun erstversorgt ist und aus dem Schacht geborgen wurde, soll er nun möglichst schonend über den Flusslauf transportiert werden.
Der Tunnel eignet sich nicht für einen Transport des Verletzten.
Es muss also ein anderer Transportweg geschaffen werden.
Diesseits und jenseits des Flusslaufes ist jeweils 1 Dreibock herzurichten.
Gebunden werden diese auf einer Gerätekiste (oder einer anderen geeigneten Unterlage).
Des Weiteren sind zwei Leinenstropps anzufertigen, welche nun mit jeweils einem Klappkloben in den Dreiböcken eingehängt werden.
Durch die Klappkloben und den Greifzug wird nun das Stahlseil geführt und an den vorgegebenen Festpunkten befestigt.
Nun kann der Verletzte mittels Laufkatze und Schleifkorb schonend über den Flusslauf transportiert werden.
Holzbearbeitung / Brand- und Übungspuppe
Es ist eine Brand- und Übungspuppe gemäß Zeichnung anzufertigen.
Kartenkunde / Sprechfunk
Übermittlung von UTM - Koordinaten per Sprechfunk
Die UTM - Karte ist mittels Kompass einzunorden.
Für die UTM - Koordinatenaufgabe wird ein fiktives Funkgespräch mit dem zuständigen
Schiedsrichter geführt. Die Inbetriebnahme des Handsprechfunkgerätes (FuG 2m) ist dem Schiedsrichter zuvor theoretisch zu erklären.
Der Funkkanal ist beim Schiedsrichter zu erfragen.
Im Anschluss daran werden alle Gespräche, die zur Lösung dieser Aufgabe dienen, wie
Funkgespräche geführt.
Rufnamen: „Heros Schiedsrichter“ bzw. „Heros Junghelfer“
Begonnen wird mit der Anmeldung im Sprechfunkverkehrskreis bei „Heros Schiedsrichter“.
Der Schiedsrichter übermittelt drei UTM - Koordinaten, zu denen der Junghelfer die Örtlichkeit suchen und im Klartext zurück übermitteln soll.
Danach bestimmt der Junghelfer zu drei Punkten, die auf der Karte markiert sind, die Koordinaten und übermittelt diese an den Schiedsrichter.
Teamwork / Quiz
Wenn alle anderen Aufgaben geschafft sind, kann mit dieser Aufgabe begonnen werden.
Die Wettkampfgruppe baut gemeinsam nach der unten stehenden Zeichnung eine Wippe.
2 JH müssen auf diese Wippe steigen und das Gleichgewicht finden.
Solange die beiden JH das Gleichgewicht halten, das heißt keine der beiden Enden der Bohle den Boden berührt, darf die gesamte Jugendgruppe die ihnen gestellten Fragen beantworten.
Kommt die Wippe wieder aus dem Gleichgewicht, so wird das Quiz unterbrochen bis da
Gleichgewicht wiederhergestellt ist.