THW Balve und der große Knall


Balve. Zehn Helfer des Technischen Hilfswerkes aus Balve waren am 17. Februar bei der Spengung des Volkswohl-Gebäudes in Dortmund mit eingebunden. Bereits um 3.30 Uhr trafen sie sich an der Unterkunft und fuhren dann in die Ruhrgebietsstadt. Ab 6 Uhr begannen die Absperrarbeiten.

Die Westfälische Rundschau Dortmund schreibt unter anderem dazu: In der Dortmunder Innenstadt ist ein 61 Meter hoher Büroturm aus dem Jahre 1973 gesprengt worden. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Versicherungsgesellschaft Volkswohl Bund weicht einem größeren Neubau, in den die Hauptverwaltung einziehen soll. Insgesamt investiert die Versicherung nach eigenen Angaben 55 Millionen Euro in Abriss und Neubau. Die Bauarbeiten sollen im Frühsommer beginnen. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant.

Unter lautem Getöse und begleitet von riesigen Staubwolken sackte der 4700 Tonnen schwere Stahlbetonkoloss am Mittag zusammen. Dem Sprengmeister reichten 50 Kilogramm Sprengstoff, die in rund 950 Bohrlöcher gestopft worden waren. Um die Staubausbreitung zu vermindern, kamen Wasserwerfer zum Einsatz, die pro Minute 10 000 Liter Wasser auf die Staubwolken spritzten. Für die Sprengung mussten rund 500 Menschen in einem Umkreis von 150 Metern ihre Wohnungen verlassen.

Die Ruhrnachrichten aus Dortmund schreiben in ihrem Ticker unter anderem: 12.00 Uhr: In Kürze werden die Experten aus Thüringen das erste Signal zur Sprengung geben. "In Deckung gehen", bedeutet der erste lange Fanfarenstoß. "Achtung! Es wird gezündet!" die zwei kurzen, die wenig später folgen. Dann wird ausgelöst. Dreimal wird es innerhalb weniger Sekunden knallen, um das Haus wie gewünscht zu zerlegen. "Das Stahlbeton-Skelett kollabiert, stürzt in sich zusammen. Und der Betonkern kippt dann in Richtung Innenhof - dahin wo jetzt noch der Bagger steht", erläutert Sprengexperte Martin Hopfe den Effekt, der so viel Vorbereitung erfordert hat. Dann verkünden drei kurze Fanfarenstöße das Ende der Sprengung. 12.04 Uhr: Ein kleiner Modellhubschrauber mit Kamera steigt auf. Er ist von den Baufirmen engagiert worden. Bilder davon gibt es auch in den RN und am späten Nachmittag unter RuhrNachrichten.de. „Es kribbelt im Bauch“, sagt Sprengexperte Walter Werner.12.06 Uhr: Ein Riesenknall. Der Volkswohl Bund-Turm sinkt in sich zusammen. Er scheint alles nach Maß zusammengefallen zu sein. Zu sehen ist aber derzeit nichts. Eine rieseige Staubwolke verhindert die Sicht. Man muss warten bis sich der Nebel lichtet.12.10 Uhr: Langsam lichtet sich der Nebel. Ein riesiger Trümmerberg ist zu erkennen, der genau in der Baulücke liegt. 12.17 Uhr: Die Sprengung scheint geglückt. Das Haus liegt in Trümmern. Das Treppenhaus aber liegt fast unzerstört inmitten des Schutts. Mit Wasserwerfern wird weiter versucht, den Staub einzudämmen. Inzwischen sind die Experten im U-Bahn-Tunnel unterwegs, um zu überprüfen, ob es dort Schäden gab.

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