In Hoya: Besuch aus Russland




Balve/Hoya. Eine Woche volles Programm das erlebten die mehr als 20 Mädchen und Jungen der THW-Jugend Balve, die sich nach Barme an der Weser auf den Wasserübungsplatz der THW-Bundesschule Hoya aufmachten.

Freitags abends traf man sich gemeinsam mit den Betreuern an der Unterkunft. Nachdem die Fahrzeuge beladen waren ging es dann Richtung Norden. Am späten Abend konnten direkt die Zimmer in Barme bezogen werden, das Vorkommando hatte bereits alles vorbereitet. Am nächsten Morgen wurde dann zunächst das große Gelände erkundet. Fahrzeughallen, Bootsgaragen und Werkstattgebäude wurden ausgiebig unter die Lupe genommen. Am Hafen des Geländes warteten bereits die „Gummienten“. Mit den kleinen Schlauchbooten für jeweils zwei Personen wurde ein heißes Rennen veranstaltet: Quer durchs Hafenbecken, dann Umtragen, anschließend in der Weser wassern und ein Stück die Weser hinunter, schließlich durch die Hafeneinfahrt und das Hafenbecken zurück zum Ausgangspunkt. Den Sieg sicherten sich Tim und Nils. Aber auch alle anderen kamen in einer sehr guten Zeit am Zielpunkt an.

Nachmittags wurde dann die Breite der Weser gemessen, aber ohne auch nur ein einziges Mal am anderen Ufer gewesen zu sein. Mit Fluchtstäben, Peildreiecken und einem langen Bandmaß wurden die Methoden „Rechtwinklig-gleichschenkliges Dreieck“ und „Deckungsgleiches Dreieck“ angewandt und ausprobiert. Kurz bevor alle Methoden noch einmal miteinander verglichen wurden kam Besuch! Der Präsident der Jugendorganisation des russischen Katastrophenschutzes und einige seiner Mitarbeiter besuchten die Jungen und Mädchen aus Balve. Mit Hilfe einer Dolmetscherin ließen sie sich die Methoden erklären und zeigten sich über die Kenntnisse und Fertigkeiten erstaunt. Auch die Einladung zu einer kleinen Bootstour schlugen sie nicht ab. Anschließend wurden bei einer Tasse Kaffee oder Tee Erfahrungen ausgetauscht. Die Balver bekamen die Gelegenheit Fragen zu stellen und so erfuhren sie, dass bei den Kollegen aus Russland die Jugendlichen im Alter von 14 – 28 Jahren in der Jugendgruppe mitwirken. Auch von den Aufgaben gibt es Unterschiede. So ist in Russland der Katastrophenschutz auch für das Feuerlöschen zuständig. Für die vielfältigen Aufgaben gibt es auch Hubschrauber und andere technische Geräte. Gerade als es anfing so richtig spannend zu werden, mussten die Gäste leider schon wieder weiter zum nächsten Termin, sagten allerdings zu in Kontakt bleiben zu wollen.

Sonntags stand dann die Lagerolympiade auf dem Programm. Mit verschiedenen Aufgaben, die aus THW-Aufgaben aber auch aus Spiel und Spaß bestanden wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges abverlangt. Hier wurde Wassertransport über verschiedene Hindernisse sowie Knoten, Stiche und Bunde gemacht. Sogar ein ganzes Fahrzeug musste das Team über eine gewisse Strecke ziehen. Alle Teams waren sehr stark und meisterten die Aufgaben mit Bravour!

Die neue Woche begann mit neuen Aufgaben und hier ist allein die Materialliste schon gewaltig. 7 große Schwimmkörper, 120 Arbeitsleinen unzählige Bretter, Bohlen und Kanthölzer wurden verbaut. So entstand ein riesiges Floß auf dem alle Junghelfer Platz hatten. Nur wo sollte dieses riesige Fahrzeug anlegen? Also wurde noch ein passender Anleger gebaut. Nicht schlecht staunte der Platzwart, als die Gruppe am Nachmittag noch weiteres Material nachforderte: „Bitte noch 7 Paletten Fahrbahnplatten, Verbinder und entsprechendes Kleinmaterial!“ hieß es da von der Lagerleitung.

Und so wurde vor dem Abendessen in aller Ruhe noch ein Schwimmsteg über das komplette Hafenbecken gebaut.

Für den kommenden Tag war zwar Entspannung angesagt, was allerdings nicht heißt, das das etwas mit Ausschlafen zu tun hat. Denn bereits um 06:15 Uhr setzte sich die Kolonne aus blauen Autos in Richtung Hamburg in Bewegung. In der Speicherstadt angekommen, wurde zunächst das Miniatur-Wunderland, die größte Modellbahn-Anlage der Welt besichtigt. Besonders interessant fanden die Balver natürlich den Ortsverband Knuffingen aber auch alle anderen Bauten waren höchst beeindruckend. So konnte ein Raketenstart in Amerika ebenso bewundert werden wie die Schweitzer Alpen, die sich derzeit im Bau befinden. Auch der Leitstand mit unzähligen Computerbildschirmen und die Lok-Werkstatt konnten angeschaut werden. Nachmittags standen dann ein Besuch bei Altkanzler Gerhard Schröder, Helmut Kohl und bei Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Papst Benedikt XXVI auf dem Programm. All diese berühmten Persönlichkeiten und noch einige mehr konnten die Balver nämlich im Hamburger Panoptikum, einem Wachsfigurenkabinett anschauen. Anfassen ging aber leider nicht, dann wäre der Alarm losgegangen, schließlich kostet eine Figur teilweise mehr als 20.000 Euro.

Am Feiertag, dem 3. Okober wurde im Camp der Balver auch gefeiert, aber nicht der Tag der Deutschen Einheit sondern Geburtstag. Nils wurde 17. Nach einem feierlichen Ständchen und vielem Händeschütteln bereitete sich die Gruppe auf das Spiel „Hans im Glück“ vor. Alle bekamen die Augen verbunden und wurden mit zwei rohen Eiern in den Händen auf die Autos verteilt. So ging es dann zu einem unbekannten Ziel. Ausgerüstet mit Karte, Kompass und einem Handy für den Notfall machten sich die Jugendlichen dann auf den Weg zu Fuß zurück in Camp zurückzufinden. Aber was nun mit den Eiern machen. Während die eine Gruppe auf den Gedanken gekommen ist, bei einem Haus zu schellen und nachzufragen, ob die Eier dort gekocht werden können, hatten die anderen Gruppen eine andere Idee: Tauschen! So wurden Eier gegen eine DVD und Kekse getauscht, Kekse essen DVD eintauschen gegen Rucksack und Butterbrote. Eine andere Gruppe hatte für ein Ei und das Versprechen eine Postkarte aus der Heimat zu schreiben fünf Portionen Pommes bekommen. Die restlichen Eier wurden dann gegen einen Lockenstab getauscht – wofür auch immer…

Jedenfalls wurden am Abend vier verschiedene aber trotz allem sehr lustige Geschichten erzählt, die zum Teil mit Fotos und kurzen Filmchen untermalt werden konnten.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der großen Bootstour. Doch völlig unvermittelt standen sich die Jugendlichen einem kleinen Einsatz gegenüber. Der Schleusenmeister der Schleuse Dörverden hatte ein Problem. Das untere Tor klemmte. Ein großer Baustamm hatte sich verkeilt. Doch dank Mehrzweckboot und Bootsführerin Jeanna und den Bootsmännern Tim und Dominic war das Problem schnell gelöst und der Schleusenbetrieb konnte weitergehen. Unterwegs wurden natürlich auch noch einige Manöver geübt: Anlegen, Ablegen, Mann-über-Bord, kursgerechtes Aufstoppen und Ankern.

Am Freitag widmete sich die Gruppe dann wieder ihren Bauwerken. Leider stand schon wieder das Abbauen auf dem Programm. Da aber alle motiviert und mit voller Tatkraft anpackten ging es sehr zügig vonstatten, so dass der restliche Nachmittag noch für die eine oder andere kurze Bootstour genutzt werden konnte.

Am abendlichen Lagerfeuer wurden dann noch einige mehr oder weniger sinnvolle Geschichten erzählt, von Hexen die auf Staubsaugern mit Wasserstoffantrieb reiten und die Gegend unsicher machen. Außerdem wurden Lieder gesungen. Und während noch so die letzen Töne verklingen war man sich sicher: Es war zwar nicht immer einfach, aber ganz bestimmt trotz allem ein prima Lager!

Samstags ging es dann nach dem Aufräumen der letzten Sachen nach Hause zurück. Natürlich nicht, ohne sich noch mit einem kleinen Gastgeschenk beim Team der THW-Bundesschule Hoya für die freundliche Unterstützung zu bedanken.

Ein weiterer Dank geht an dieser Stelle noch an die drei Vorbereiterinnen und Vorbereiter aus den Reihen der Jugendgruppe: Maralen Gispert, Jeanna Kohlhage und Nils Vedder ohne die dieses tolle Zeltlager sicher nicht möglich gewesen wäre!

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